Daddy's Top 5 - Die besten Familienfilme

Ist ja schon schlimm, aber wenn ich mich so durch die sozialen Netzwerke und YouTube klicke (was besonders unregelmäßig passiert), dann stelle ich fest, dass mein Geschmack nicht so ganz konform mit dem Massengeschmack läuft (bzw. mit dem Geschmack der jungen Zielgruppe, die sich hier tummelt). 
Ich will ja nicht spießig klingen, aber das es Geldgeber in diesem Land gibt, die eine Zombie-Komödie mit dem Namen Kartoffelsalat finanzieren, macht mich ratlos. Meiner Meinung nach gehört solchen Leuten der Master in BWL sofort wieder entzogen.
Tja was soll's... Man muss sich damit abfinden, dass man trotz des Wahlspruches: "Man ist so jung, wie man sich fühlt!", man im Gegenteil eben doch nicht so jung ist wie man sich fühlt. Das halten einem die eigenen Kinder und diese merkwürdigen YouTuber mit Ihren pubertären Machwerken bei jeder erdenklichen Gelegenheit vor Augen. 
Wir verehrten seinerzeit Ingolf Lücking, Tommy Ohrner oder Kai Böcking (hä... wer war das nochmal) und die Knaben von heute kriegen ein feuchtes Höschen, wenn Sie irgendeinem Nerd im Netz stundenlang beim Zocken zugucken dürfen. Schon gut, ich rege mich nicht auf! 

Was ich kapiert habe...

Was ich allerdings kapiert habe ist, dass Hitlisten immer gut ankommen! Da sind sich dann wieder alle einig. Also fange ich damit jetzt auch noch an. Zum Start (und wo wir schon über Kino sprechen) habe ich mir mal die besten Familienfilme aus dem Ärmel geschüttelt, die ich in den vergangenen 9 Jahren zu sehen bekommen habe. Soll heißen: Streifen, die man wirklich mit der ganzen Familie glotzen kann und alle haben Ihren Spaß.
Nichts gegen Disney und Co. Natürlich rennen wir brav wie alle anderen Eltern mit unseren Kindern in die Lichtspielhäuser, wenn dort gelbe Tic-Tacs mit Augen 90 Minuten lang unverständliches Kauderwelsch von sich geben, sich die Steinzeitviehcher zum gefühlt 37. Mal durch die Eiszeit kalauern oder das letzte Hausmärchen der Brüder Grimm durch den Musical-Fleischwolf gedreht wird.
Jedoch hoffe ich, dass die nun folgende Top 5 im Voraus nicht so leicht zu erraten ist. Sie enthält Filme, die mich mehr als einmal gut unterhalten haben und die einen besonderen Platz in meinem Herzen haben. (Anmerkung des Verfassers: Sehr viel mehr als einmal!!! Wer es noch nicht weiß: Kinder lieben Wiederholungen. Deswegen funktioniert bei den lieben Kleinen die Werbung auch so gut):


Platz 5

Die Abenteuer von Elmo in Grummelland 
Die Sesamstraße war ja schon immer cool. Da gibt es keine Diskussionen. Der zugekiffte Buddha-Bär Samson ist bis heute Kult und neben dem ABC lernten wir durch die Streithähne Ernie & Bert, dass gleichgeschlechtliche Partnerschaften etwas ganz normales sind. Das vorlaute rote Monster Elmo kam eher nach unserer Zeit. Ich will ja nicht weibisch klingen, aber: Der ist so süß!

Elmos Abenteuer in Grummelland war einer der ersten Spielfilme, welchen ich mit den Kindern geschaut habe und ich finde ihn immer noch spitze. 
Das kleine zottelige Ding streitet sich mit seiner besten Freundin und verliert seine Kuscheldecke, die durch eine Verkettung unglücklicher Umstände in besagtem Grummelland landet, wo alle Bewohner furchtbar grummelig sind. Sowieso ist an diesem Ort alles umgekehrt und ein fieser Fiesling namens Huxley knechtet das Volk. Der Bösewicht nimmt dem einsamen Rotschopf das Schnuffeltuch einfach weg. Total gemein! Der naive Elmo überlegt nicht lang und begibt sich auf die abenteuerliche Suche nach seiner Kuscheli, während seine Freunde in der realen Welt (sofern man eine Welt in der Monsterpuppen und Menschen zusammenleben "real" nennen möchte) in Sorge ausbrechen und eine Rettungsmission starten. Über die gesamte Länge wird natürlich viel und ausgiebig gesungen, wie es sich bei einem Film für die Allerkleinsten gehört und am Ende wird alles gut...
Was in der Zusammenfassung wie eine aufgeblasene Folge der o.g. Sesamstrasse klingt, ist in Wahrheit ein voll krass-cooles Anarcho-Musical mit Dampfhammer-Witzen für die halbwüchsige Zielgruppe und ironischen Anspielungen für die Großen. Immer wenn es allzu arg spannend wird, unterbrechen die Busenkumpel Ernie & Bert das Geschehen, um das soeben Gesehene zu reflektieren. Damit werden sie zu den heimlichen Stars dieses Films. Allein der Diskurs zwischen den beiden ob es überhaupt Filme ohne Happy-End gibt, rechtfertigt die Investition in diese DVD. An eben diese kam ich damals schon nicht so einfach ran, aber ich verspreche es lohnt sich dafür mal eBay und Konsorten zu bemühen.


Platz 4

Cars  
Ok, ok,... dann wohl doch ein wenig Mainstream, aber der muss einfach in diese Top Five hinein. Habe lange überlegt, ob es Wall-E oder Cars wird (beide standen bei uns lange Zeit hoch im Kurs), aber am Ende war es dann ziemlich klar. Vor allen Dingen weil diese glotzenden Boliden für mich bis heute ein ultimatives Phänomen sind. 
Viele Eltern mit denen ich spreche, können es bestätigen: Jeder Erziehungsberechtigte ist fest davon überzeugt, dass man die Kinder unvoreingenommen an verschiedene Spielzeuge herangeführt hat und trotzdem grabschen die männlichen Nachkommen intuitiv nach allem was Räder hat, während die Prinzessinnen ihre Puppen stundenlang durch den Flur schieben. Entweder ist das wirklich Instinkt oder wir Eltern lenken die Kinder doch unterbewusst zum geschlechtsgerechten Spielzeug hin.
Der Pixar Film Cars deutet zumindest auf Ersteres hin, denn der Erfolg dieses Franchise ist eigentlich nicht logisch zu erklären. Im gesamten Œuvre der Trickschmiede Pixar ist Cars eindeutig einer der schlechteren Vertreter. Zumindest wenn man ihn mit Meisterwerken wie Oben, dem eingangs erwähntem Wall-E oder Monster AG vergleicht, die wahrhaft oscarwürdig waren.
Die Handlung passt auf einen Bierdeckel:
Schnelles Auto, total arrogant, lernt was Freundschaft ist - Ende! 
Trotzdem lieben alle die Cars (ob groß oder klein) und ich kenne keinen Jungen, der nicht mindestens ein Kleidungsstück mit dem Konterfei des draufgängerischen Lightning McQueen in seiner Kommode liegen hat. 
Man mag argumentieren, dass es hier, wie in so vielen Fällen, die guten Nebenfiguren herausreißen. So war der gutmütige Hook der eigentliche Held des Films und wurde zwangsläufig in Teil 2 zum Protagonisten erhoben. Aber nun mal ehrlich, selbst was die Sidekicks angeht, gab es im Disney/Pixar-Universum schon weitaus bessere Vertreter (meine Favoritin: Die abgenervte Sekretärin aus der Monster AG, die sich am Ende als interne Ermittlerin entpuppt - eine wunderbare Nebendarstellerin)
Was es ist, werden wir wohl nie herausfinden. In jedem Fall wirkt diese Animationskomödie besser bei Menschen mit einem Überhang an Testosteron. Ist also so ein Männer-Ding. Da ich zwei Söhne habe, hat es wohl gepasst. Und ja, wir haben selbstredend Teil 2 gesehen, genauso wie die noch hirnloseren Ableger, indem man die gleichen animierten Pupillen einfach auf Flugzeuge drauf geklebt hat.
Da muss man schon sagen: Hut ab! Mit einer schlechten Geschichte so viel Schotter zu machen und das gleich Zweimal (bzw. Viermal, wenn man die Flugzeugableger dazu rechnet), dass ist schon eine Leistung. 
Aber versteht mich nicht falsch... Wenn sie die Glotzer demnächst auf Ruderboote kleben oder gar Fahrräder dann werden wir die Ersten sein, die an der Kinokasse stehen. Man kann es eben nicht erklären!


Platz 3

Fünf auf dem Apfelstern
Was Unterhaltung angeht, haben Eltern ziemlich verklärte Ansichten. Die Problematik habe ich bereits in der Einleitung kurz dargestellt. Der Generationenkonflikt schwelt eben in vielen Lebensbereichen und nicht zuletzt auf diesem Sektor. Daher der Spruch: "Früher war alles besser!" Das Fernsehprogramm ist da selbstverständlich mit eingeschlossen.
Das der Nachwuchs diese Sehgewohnheiten nicht teilen möchte, bringt uns regelmäßig zur Weißglut. Wo es doch offensichtlich ist, dass die guten alten Produktionen um ein Vielfaches besser sind als Pokemon und Yu-Gi-Yo.
So kommen wir zwangsläufig irgendwann auf die Augsburger Puppenkiste zu sprechen. Wer erinnert sich nicht an das freche Urmel und den lieben Jim Knopf. Zweifellos ein Stück Kulturgut, aber wirklich gut? 
Nimmt man die sentimentale, rosa Brille einmal ab, so muss man wohl zugeben, dass dieses Kasperle-Theater Deluxe schon ziemlich altmodisch ist. Wie soll man das der Generation X-Box schmackhaft machen?
Wenn man da eine Chance haben will, geht meiner Meinung nach nur die Fünf auf dem Apfelstern. Das Ding ist so crazy, dass jeder japanische Spiele-Entwickler vor Neid erblassen würde. Kann man eigentlich nicht in Worte fassen. Ich versuche es trotzdem einmal (und bevor jemand fragt: "Nein, ich habe keine Drogen genommen!"):
Ein Matrose namens Old Heiko verliert auf hoher See seine Kiste, welche durch eine Unterwasserrakete direkt zum Apfelstern befördert wird (Bitte... Nicht nachfragen!). Im Inneren der Truhe befinden sich die Hauptdarsteller des Stücks: Der Matrose Heiko Zwei-Links-Zwei-Rechts, die Porzellandame Ria aus Rio, eine Matroschka-Puppe namens Grusinchen aus Grusinien, der Chinaboy und der Kugelfisch. Das Personal erkundet den Planeten und erlebt dabei die tollsten Sachen.
Katapulte die mit Pfannkuchen schießen, ein Planet der in Wahrheit ein Apfel ist und eine Maus, die in feinstem Dialekt das Geschehen aus einer Umlaufbahn kommentiert.
Da muss man wirklich sagen: Früher war alles besser!
Das Gesicht des Programmdirektors möchte ich sehen, wenn heute ein Drehbuchautor mit so einer Idee vorstellig würde. Anno 1981 war man offensichtlich experimentierfreudiger beim Fernsehen oder zumindest bewusstseinserweiternden Substanzen deutlich aufgeschlossener. 
Absoluter Tipp: Nicht nur für Nostalgiker. Meine Söhne amüsieren sich köstlich und das obwohl diese Mini-Serie keine asiatischen Sammelkarten-Monster enthält. Auf mich wirkt die entschleunigte Atmosphäre des durchgedrehten Puppentheaters geradezu hypnotisch. 
Fazit: Eine Mischung aus Jim Knopf und Star Wars. Die fantastischen Einfälle reichen locker für 10 weitere Familienfilme aus.


Platz 2

Mein Freund der Delfin
Tierfilme sind doof... und sowas von retro! Für diese Erkenntnis habe ich ziemlich lange gebraucht. In meiner Jugend kam man nicht drum herum. Es lief ja nichts anderes. Unser Nachmittagsprogramm: Fury, Black Beauty, Flipper, Lassie und dann wieder von vorne. Im Prinzip wurde da schon der Grundstein für das moderne Storytelling gelegt. Eindrucksvoll zeigen diese Serien, wie man mit einer sehr einfachen Grundidee hunderte von Episoden drehen kann, die sich dramaturgisch nur marginal voneinander unterscheiden:
Junge liebt Tier. Junge (oder anderes Kind) läuft verbotenerweise irgendwo hin (meist in abgelegenen Wald). Junge fällt in Loch und verletzt sich. Tier holt Hilfe. Erwachsene kommen und retten Junge. Tier wird gelobt. Kleine Moralpredigt. Ende.
Der Kläffer Lassie brachte es mit diesen leicht variierten Handlungsbögen auf sage und schreibe 5 Serienformate, sowie 11 Spielfilme (laut Wikipedia). 
Mittlerweile haben die meisten gemerkt, dass die meisten Tierfilme nur Kopien irgendwelcher anderer Tierfilme waren, welche ihrerseits Kopien noch älterer Tierfilme waren. Lediglich die Ponyhof-Thematik funktioniert in Ausnahmefällen noch ganz gut, weil Mädchen davon nie die Schnauze voll haben. 
Mein Freund der Delfin ist die rühmliche Ausnahme unter den Tierfilmen. Dabei ist die Ausgangssituation nun auch nicht groß anders, als bei den filmischen Vorfahren. 
Saywer ist nicht gerade das, was man einen Musterschüler nennen würde, sehr zur Sorge seiner Mutter versteht sich. Am Strand findet das Problemkind einen verletzten Delfin, dem nach seiner Rettung die Fluke amputiert wird. Durch die veränderte Schwimmweise läuft der Tümmler Gefahr seine Wirbelsäule zu schädigen und unweigerlich zu sterben. Gut, wenn man als Fisch... äh sorry, ich meinte Säugetier, einen rebellischen Freund hat, der Kontakt mit einem Spezialisten aufnimmt, um eine Delfin-Prothese zu entwickeln.
Mein Freund der Delfin ist durch und durch amerikanisch. Inklusive Coming-of-Age, Aufarbeitung von Kriegstraumata und einem Loblied auf Freundschaft und Familie. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten fertigt man sogar Gehhilfen für Fische an. Jaja, ich weiß... Säugetiere. Unnötig zu erwähnen, dass die Handlung von wahren Begebenheiten inspiriert wurde. Den Delfin Winter kann man im Internet per Webcam einen Besuch in seinem Aquarium abstatten. Filme, die mit diesem Hinweis beim Zuschauer kokettieren, sind entweder wirklich historisch akkurat oder haben ohne diesen Zusatz nur wenig Aussichten an zahlende Besucher zu kommen.
Trotzdem haben wir diesen Meeresbewohner irgendwie ins Herz geschlossen und kollektiv Blut und Wasser geschwitzt als zum ersten Mal die Prothese angelegt wird. Vielleicht liegt es einfach an Schauspieler Morgan Freeman, denn der macht bekanntlich den größten Schlefaz mindestens zu einem durchschnittlichen Kino-Erlebnis.


Platz 1

The Lego Movie
Nun ja, okay... vielleicht doch nicht so eine riesige Überraschung, aber der musste aufs Siegertreppchen. Das hat natürlich nichts und zwar überhaupt nichts damit zu tun, dass ich als Kind 99,9% meiner Freizeit, mit den kleinen bunten Bauklötzen verbracht habe und meine Söhne dieses Erbe nun angetreten haben. Fanatisch ist ein böses Wort, aber zur Beschreibung unserer Gefühle hinsichtlich der glorreichen Erfindung des Tischlermeister Ole Kirk Christiansen, fällt mir kein besseres Adjektiv ein.
Gut! Klar! Es hilft sicherlich, Lego zu mögen, um den Lego Movie zu mögen, geht jedoch genauso gut ohne, denke ich.
Neben meiner Obsession für das dänische Konstruktionsspielzeug fallen mir Unmengen an Gründen ein warum man diesen Film toll finden sollte. 
Da wäre zum einen die geballte Lizenzpower des Spielzeugkonzerns. Batman beweist eindrucksvoll, dass er sogar im Miniaturformat der coolste Superheld aller Zeiten ist und Superman ist schwer von Green Lantern genervt. Sogar die Star Wars Helden schauen für einen Kurzauftritt vorbei.
Kinder haben einen Mordsspaß an der kunterbunten Klötzchen-Welt und die Eltern schmunzeln über die hintergründige Gesellschaftskritik an dieser Lego-Stadt, wo das Leben nach Bauplan verläuft ("Hier ist alles super!"). Insgesamt ist der Animations-Hit voll von diesen ach-so-beliebten Meta-Ebenen und funktioniert gleichzeitig als pure Unterhaltung. Man kann sein Hirn anstrengen, muss man aber nicht. Genial!
Die Geschichte vom Auserwählten ist zwar nicht neu, wird allerdings sympathisch aufbereitet. Der Weg des Niemands Emmet zum Meisterbauer ist ein schaurig-beglückendes Auf-und-Ab, welches in einem herrlichen Twist kulminiert (Stichwort: Metaebene), in dem die Macht der Kreativität und das Kind im Manne zelebriert werden.
Noch ein Wort an die Technik: Der Film wurde zwar komplett am Computer animiert, jedoch entsprechend hölzern wie die Bewegungsmöglichkeiten der allseits beliebten Mini-Figuren, die bekanntermaßen ziemlich eingeschränkt sind. Er erinnert damit an die vielen Fan-Filmen, die mittlerweile im Internet kursieren. Das ist zum einen herrlich nostalgisch und auf der anderen Seite wahnsinnig beeindruckend, da so perfekt unperfekt.
The Lego Movie ist der ultimative Vater-Sohn-Film. Angucken und dann ab mit den Jungs in Kinderzimmer. Raumschiff, Raumschiff, Raumschiff bauen! Machen wir eh viel zu selten!!!


Und nun seid Ihr an der Reihe. Solche Listen haben ja nicht selten ein großes Potential die Leser stark zu polarisieren. Welche Film habe ich vergessen und welche Family-Movies gehören hier überhaupt nicht rein?
Ich freue mich auf Eure Meinung. 


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Kommentare: 1
  • #1

    Wonda Iversen (Samstag, 04 Februar 2017 16:53)


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