Zugabe! Zugabe! Zugabe!

ODER BEST OF KINDERLIEDER - TEIL 2

 

Ich will mich ja nicht ständig beschweren, aber ein wenig mehr Interaktion täte meinem Blog schon gut.

Nun, ... was will man machen? Es ist eben ein langer, harter und steiniger Weg zur Internet-Prominenz, die von allen geliked, geteilt und kommentiert wird.

Umso mehr ist man natürlich aus dem Häuschen, wenn der Herr Zuckerberg mir schreibt, dass sich mal wieder 5 Personen in dieser Woche auf meine Facebook-Seite verirrt haben (wahrscheinlich falsch geklickt). Noch mehr erfreut es den kritischen Geist, wenn ein Besucher unter dem Blog-Artikel einen Kommentar hinterlässt und grenzenlos ist die Freude, wenn der Inhalt des Kommentars sogar darauf schließen lässt, dass der entsprechende Gast den Text gelesen hat und nicht das Textfeld missbraucht um für sein neues Potenzmittel zu werben... 

Selbst die besten Eltern können noch was lernen!

Das merke ich ja immer wieder. Jedoch zurück zu besagtem Kommentar. 

Tatsächlich erreichte mich nach der Veröffentlichung meines letzten Eintrags eine durchaus kritische Anmerkung zu meinen fragwürdigen Ergüssen.

So habe ich wohl bei meiner musikalischen Aufarbeitung des Eltern-Daseins entscheidende, kreative Köpfe der Szene nicht ausreichend gewürdigt, bzw. schlichtweg übergangen. Es folgte eine ausgiebige Recherche und ich musste mir eingestehen, dass ich meine bisherige Meinung über den "Sound of KITA" von Grund auf revidieren sollte. 

Hier nun einige großartige Künstler und deren Produkte für die musikalische Grunderziehung. 


Deine Freunde

Man muss seinem Genre einfach treu bleiben! Kinder merken wenn man authentisch ist. Florian Sump ist Erzieher und war zu meiner Zeit der Schlagzeuger der Band ECHT. Im Prinzip machten die damals schon Musik für Kinder. Da war es nur konsequent, dass der Flo seiner Linie treu blieb und zusammen mit Markus Pauli (Live DJ von Fettes Brot) und Lukas Nimscheck (Moderator des Tigerentenclub) eine eigene Band gründete. Die Hip Hop Formation Deine Freunde wurde vom Kinderlieder-Urgestein Rolf Zuckowski mächtig unterstützt und bringt mittlerweile die Hallen der Republik zum Beben. Dieses Live-Erlebnis muss ich wohl noch nachholen. Aus sicheren Quellen habe ich mir sagen lassen, dass es sich lohnt. Unbedingte Anspieltipps: Deine Mudder, Nachtisch und Schokolade.



Randale

Rocken bis der Arzt kommt. Die Band Randale ist noch vom alten Schlag. The Ramones, IGGY POP, Die Ärzte oder Johnny Cash nennen die Herren mittleren Alters als ihre Vorbilder. Sympathische Leute eben! Ein Blick in den vollen Tourkalender reicht und man weiß das die Band es ernst meint. 
Wichtigstes Element ist laut Sänger Jochen Vahle, dass bei Ihrer Art von Musik für Kinder nicht die Bindung zu den Erwachsenen verloren wird. Mit dem Mix aus Rock, Punk und Metal erreicht man nicht nur die Halbwüchsigen, sondern auch die Mamas & Papas fangen an zu hüpfen. Mit Ska & Reggae Einflüssen ist RANDALE quasi die erste Crossover-Band für Kinder. Kaum zu glauben, dass die Band zu 50% aus Pädagogen besteht. Da dachte man eigentlich, dass die von Spaß so überhaupt keine Ahnung haben. Mit dem umtriebigen Simon Gosejohann hat die Gruppe sogar einen prominenten Fan gefunden, den sich für einen Auftritt im Musikvideo nicht zweimal bitten ließ. 
Unbedingte Anspieltipps: Der Punkpanda Peter, Der Hardrockhase Harald und Kinderzimmer Punk.



Unter meinem Bett

Ein bisher einmaliges Projekt, dass jedoch gerne wiederholt werden darf. Die Creme de la Creme der deutschen Singer/Songwriter-Szene hat sich für diese Platte zusammen getan.

Die Idee funktioniert erstaunlich gut. Liedermacher legen von Hause aus mehr Gewicht auf die Texte und weniger auf die Musik. Wer nun meint das interessiert die Kinder weniger, der hat weit gefehlt. Da spreche ich aus eigener Erfahrung. So habe ich von meinen Söhnen noch kein Lob für einen sauber gespielten Akkord bekommen, wohl aber wecke ich ihr Interesse mit einem guten Lied-Text. Wie auf jeder Kompilation ist nicht jeder Song ein Volltreffer, dafür findet man aber so einige Perlen, die ihre Wirkung erst bei mehrmaligem Hören entfalten. 

Tiefsinnig und schön!

Unbedingte Anspieltipps: Der Tee von Eugenia, Immer muss ich alles sollen und Maulwurf



Eule findet den Beat

... ist sozusagen das Vorzeige-Projekt in der Kindermusik-Landschaft.
Nina Grätz, Charlotte Simon und Christina Raack bilden das Musiker-Kollektiv hinter der EULE. Eingebunden in eine nette Rahmengeschichte führen Sie die kleinen Zuhörer durch die unterschiedlichsten Musikstile. Vom Popsong, der nicht mehr aus dem Ohr gehen will, über Rock, Reggae und Pop, bis hin zur klassischen Oper wird nahezu jeder Geschmack abgedeckt. Lehrreich und spaßig. 

Erstaunlich fand ich, dass auch hier der Herr Zuckowski als graue Eminenz der Branche im Hintergrund die Fäden zieht. Scheinbar ist der sowas wie der Dieter Bohlen der Kinderlieder-Szene, an dem kein weg vorbeigeht. Anspieltipps gibt es hier keine, denn die musikalische Entdeckungsreise der kleinen Eule muss man als Gesamtkunstwerk ansehen. Eine Fortsetzung gibt es übrigens auch schon.



Heike Makatsch & der Hund Marie

Manchmal braucht man ein wenig Old School. Deutsche Stars, die es auch außerhalb der Heimat zu etwas gebracht haben gibt es nicht viele. Die Heike Makatsch ist eine von diesen. Umso mehr freut man sich irgendwie, wenn die dann statt in Hollywood spielen, mal wieder was in der Heimatsprache machen. So geschehen bei dieser Zusammenarbeit mit ihrem Lebensgefährten derhundmarie, der den Experten vielleicht noch als Spannmann des großartigen Olli Schulz bekannt sein dürfte oder als Mitglied der band Tomte.  
Ihr aufwendiges Vermächtnis (wahrscheinlich zum Teil auch für den eigenen Nachwuchs gedacht) ist eine Neuinterpretation der schönsten Kinderlieder. Überraschungen gibt es dabei wenig. Glücklicherweise! Die Makatsch hat einfach eine interessante Stimme und Max Schröder ist schon immer eine coole Sau gewesen. Groovt und klingt! Passt!

Als "i-Tüpfelchen" gibt es noch Illustrationen vom phänomenalen Tommy Ungerer oben drauf. Was will man mehr?

Unbedingte Anspieltipps: Der Kuckuck und der Esel oder Grün, grün, grün sind alle meine Kleider



So nun bin ich gespannt auf weitere Einwände und Kinderlieder, die Ihr in meiner Aufzählung schmerzlich vermisst. Weitere Tipps zum Reinhören findet Ihr im anschließenden Konsum-Karussell. 

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