Countdown to Island

Vorankündigung zum nächsten Reisebericht

 

Man kann diesem Blog bestimmt einiges vorwerfen, doch was die Reiseberichte anbetrifft oder zumindest die Reiseziele, ist eine deutliche Steigerung nicht abzustreiten.

Nach unseren Abenteuern im bayrischen Wald und dem voll-extremen Sightseeing in der ewigen Stadt, erwartet uns nun der absolut end-krasse Survival-Trip in das derzeit angesagteste Land Skandinaviens. 


Noch 1 Nacht bis... Island.

Vorbereitung ist alles!

Wie bei jedem Urlaub wurde auch in diesem Jahr lange diskutiert und überlegt, wo die Reise hingehen soll. Nur in einer Sache waren wir uns einig: Es sollte etwas richtig Abgefahrenes sein! 

Nichts gegen deutsche Gemütlichkeit, Strandurlaub in der Südsee oder Wandern in den Bergen, aber der nächste Trip muss für die Ewigkeit sein.
Die Kinder wachsen rasant. Wer weiß wie lange die überhaupt noch mit uns fahren. Eh man sich versieht, sind die auf der Uni und suchen mit der Verlobten die Gardinen aus. Am Ende wird aus BLOG-daddy noch der BLOG-grand... ok, ruhig bleiben und durchatmen. Ihr wisst was ich meine...


Die USA standen zur Auswahl oder auch Kanada. Nicht zuletzt, dank eines fragwürdigen Wahlergebnisses im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, fiel unsere Wahl auf Island.

Vulkane, Eiswüsten, Wasserfälle... das klingt alles nach Impressionen, die sich bis in alle Zeiten auf Deiner Netzhaut einbrennen. Und wer schon einmal da war bestätigt dies.
Entweder reichern die Isländer ihr Trinkwasser mit Drogen an oder dieses Land muss wirklich absolut berauschend sein, denn  wer von dort zurückkommt redet von fast nichts anderem mehr.

Was man tatsächlich schnell feststellt ist: Island ist kein Land, wo man einfach so hinfliegt. Island muss man sich erarbeiten.

Es gehört zu diesen wenigen geheimen Ländern, deren Namen man kennt, doch unter denen man sich erst einmal gar nichts vorstellen kann. Man weiß nicht wer da wohnt, wie das Wetter ist und welche Sprache die dort sprechen. Wenn man dann beginnt zu recherchieren merkt man schnell, dass dieses Land alle Normalitäten buchstäblich sprengt.
Die Einwohnerzahl entspricht in etwa der von Bonn (ca. 330.000), wovon der größte Teil (60%) in der Hauptstadt Reykjavik lebt. Die Geographie ist mal grün, mal-felsig, dann wieder eisig und plötzlich schwarz vor Asche. So ähnlich stelle ich mir Mittelerde aus dem Herrn der Ringe vor, obwohl das ja in Neuseeland liegen soll. 

Die Bausteine

Nach erster Recherche bei einigen Island-Spezialisten, kamen wir recht schnell zu der Überzeugung, dass wir eine individuell maßgeschneiderte Reise benötigen, die es so in keinem Katalog gab. Glücklicherweise wollte es der Zufall so, dass mein Busenkumpel an unserem Reiseziel geheiratet hatte. Er wurde zu unserem engen Berater und scheint sich fast noch mehr auf diesen Trip zu freuen als wir. 

Vorgabe:

Das Einsteiger-Paket! Wir wollen einmal komplett um die Insel herum und entlang der Ringstraße die bekanntesten Sehenswürdigkeiten abarbeiten. Das Hochland im Inneren des Landes, welches selbst von Inländern weitestgehend gemieden wird, sparen wir uns für das nächste Mal auf.  

Die Flüge:

Die Anreise ist interessanterweise noch das kleinste Problem. Sogar günstige Airlines steuern mittlerweile den Flughafen Keflavik nahe Reykjavik an. Von Frankfurt aus fliegt die Icelandair, in Düsseldorf gibt es die WOW-air und die Eurowings in Köln startet ebenfalls gen Island. 

Natürlich kann man ebenso mit der Fähre z.B. von Dänemark aus übersetzen, was jedoch nur angeraten ist wenn man über einen starken Magen verfügt oder einen PKW besitzt, der einem das Vorankommen auf den isländischen Schotterpisten erleichtern könnte. 
Da wir weder über das eine, noch über das andere verfügen, entschieden wir uns für Flug und Mietwagen vor Ort.
Die Preise sind wirklich moderat und Schnäppchenjäger finden nicht selten Flüge weit unter 100,- Euro. Der Sommer-Flugplan ist allerdings nicht besonders familientauglich und eher für Nachteulen geeignet. So landen eine Vielzahl der Flüge nach 0.00 Uhr und zwingen die Passagiere eine teure Unterkunft in Flughafen-Nähe zu buchen oder durchzumachen.  

Die Unterkünfte:

So einfach und günstig das Buchen der Flüge war, umso schwieriger gestaltete sich die Suche nach den passenden Übernachtungs-Möglichkeiten für uns. 
Die Fußball-Europameisterschaft hat diesem Land einen dermaßen starken Popularitäts-Schub verliehen, dass mancherorts schon vom Venedig-Problem gesprochen wird - also die Zahl der Touristen, die der Einwohner übersteigt (was im Falle von Island allerdings auch nicht sonderlich schwierig ist).
Wer also in der Hauptsaison in das Land von Eis und Feuer verreisen möchte, der sollte sich möglichst früh um die Unterkünfte kümmern. Wir begannen zu Beginn des Jahres damit und konnten in vielen Gegenden lediglich noch die letzten Restzimmer abgreifen.
Die isländischen Hotels entsprechen wohl größtenteils nicht dem hiesigen Standard, liegen jedoch preislich im oberen Bereich. Alternativ kann man campen, was je nach Wetterlage wirklich abenteuerlich werden kann oder in einer Jugendherberge Unterschlupf finden. Wir haben uns schließlich für die Option "Ferienwohnung" entschieden. Das Angebot an Cottages und Apartments ist groß und flächendeckend vorhanden. Wir haben unsere Unterkünfte über FeWo-Direkt, Booking und Airbnb gebucht.
Raten in Höhe von 200,- Euro pro Nacht sind leider keine Seltenheit. Da muss man den Sparstrumpf ordentlich leerräumen.  

Mietwagen:

Die sogenannte Ringstaße ist eine gepflegte und asphaltierte Schnellstraße. Die Piste führt einmal um die Insel herum. In den Westfjorden und abseits der ausgebauten Wege kann das Vorankommen oftmals schwierig werden. Schotter und Schlaglöcher sind keine Seltenheit.
An einen Ausflug ins Hochland ist ohne Allrad-Wagen gar nicht zu denken.
Man muss also bei der Wahl des Mietwagens genau hinschauen. Nicht nur auf die Ausstattung des Vehikels, sondern auch auf die Rahmenbedingungen. In Island lauern mögliche Schäden an der Karosserie an jeder Ecke, wer hier auf elementare Versicherungsbausteine verzichtet, der kann am Ende ein böses Erwachen haben.
Wir haben unsere Limousine, einen Toyota Auris, über den ADAC gebucht, wo wir als Mitglied keinen deutlich besseren Preis als bei den Mitbewerbern erhalten haben, jedoch gut beraten wurden und diverse Nebenleistungen bereits im Endpreis enthalten waren. 
Die Nachfrage an Mietwagen ist groß und dementsprechend die Preise ebenso nicht gerade niedrig. Für unsere 18 Tage Aufenthalt mussten wir nochmals gute 100,- Euro pro Tag für den fahrbaren Untersatz investieren. 

Die Route:

Und hier der finale Plan:

Wir landen Sonntagnacht am Flughafen Keflavik und nehmen hoffentlich problemlos unseren Mietwagen in Empfang.

Dann schlagen wir uns die Nacht um die Ohren und treffen am Morgen auf der westlichen Halbinsel Snæfellsnes ein.

Nach drei Nächten Aufenthalt setzen wir mit der Fähre über auf die verlassenen Westfjorde, wo wir nochmals drei Nächte in der nördlichsten Stadt Ísafjörður verbringen.
Danach bleiben wir im Norden, ziehen jedoch weiter in Richtung Osten. Im Gebiet um die Stadt Akureyri haben wir unseren längsten Stop und wollen uns zwischen Mückensee und Dettifoss eine Woche lang entspannen. 

Schließlich legen wir dann den langen restlichen Bogen um die Insel zurück, machen auf der Hälfte eine kurze Pause und steuern dann unser letztes Domizil nahe des Golden Circle an. 
Hier gewöhnen wir uns wieder an die Zivilisation, bevor wir uns nach weiteren drei Nächten in den Flieger gen Heimat setzen... oder auch nicht.

 

Denn wer weiß... vielleicht erobert Island ja auch unser Herz und wir wollen am Ende gar nicht mehr weg.